Mosel-Camino Etappe 1: Koblenz Stolzenfels – Alken

Nachdem wir am Hauptbahnhof in Koblenz angekommen waren, machten wir uns gleich auf die Suche nach dem Bus in Richtung Stolzenfels. Wie sich herausstellte, war das gar nicht so einfach, denn die Linie mit der wir fahren mussten (Linie 670) war nirgendwo in den Fahrplänen angeschrieben. Letztendlich mussten wir uns durchfragen und erwischten noch in letzter Minute den richtigen Bus. Ein Glück, denn als wir schließlich an der Station Schlossweg ausstiegen war es mittlerweile schon fast 9:45 Uhr. Unsere Etappe war für diesen Tag zwar nicht allzu lang, trotzdem wollte ich nicht unbedingt so spät in Alken eintreffen, um mich dort noch ein wenig umsehen zu können. Unsere Tour begann gleich mit einem knackigen Anstieg hinauf zum Schloss Stolzenfels.

Beginn des Mosel-Caminos


Tourdaten

Tourencharakter: Eine leichte bis mittelschwere Wanderung über breite Waldwege mit Steigungen über weite Strecken. Die ersten 3 Kilometer, sowie Kilometer 6-8 gehen nur bergauf. Bevor es an den Abstieg nach Alken geht kommt nochmals ab Kilometer 13 ein stärkerer Anstieg. Der Abstieg nach Alken erfolgt über einen Klettersteig der einen guten Tritt erfordert. Hier kann es insbesondere bei Nässe rutschig und gefährlich werden.

Länge/ Dauer: 18 Kilometer/ 5 Stunden (mit Pausen)

Höhenmeter: 541 Hm

Ausgangs-/ Endpunkt: Schloss Stolzenfels (Koblenz) bis Alken

Einkehrmöglichkeiten: Raststätte Mosel-West bei ca. Kilometer 11

Download file: Etappe_1.gpx

 


Tourbericht

Oben am Schloss Stolzenfels angekommen schauten wir noch ein letztes Mal auf den unter uns liegenden Rhein und machten uns dann auf den Weg. Vor uns lief eine weitere Pilgerin, die mit uns aus dem Bus gestiegen war, doch es dauerte nicht lange und wir hatten sie aus den Augen verloren. Sie hatte doch ein wenig mehr Tempo drauf als wir. Nun ja, wir wollten schließlich keinen Wettbewerb gewinnen, also blieben wir zunächst bei unserem gemächlichem Schritt. Unsere Verwunderung über zwei unterschiedliche Camino-Zeichen, die wir bisher wahrgenommen hatten, sollte sich dann bei ca. Kilometer 3 aufklären. Hier trennte sich nämlich der linksrheinische Jakobsweg vom Mosel-Camino.

Linksrheinischer Jakobsweg/ Mosel-Camino

Wir folgten dem Mosel-Camino der uns ab Kilometer 10 über eine Autobahnbrücke und dann ein Stück entlang der Autobahn führte. Hier gab es auch die erste, zumindest von uns wahrgenommene, Einkehrmöglichkeit, die Raststätte Mosel-West, die vom Pilgerweg aus erreichbar war. Wir fanden den Gedanken in eine Autobahnraststätte zu gehen nicht so schön und setzten uns lieber auf einen Rastplatz direkt am Weg hinter der Raststätte.

Der Rest der Strecke blieb relativ ereignislos. Kurz vor Alken gab es nochmals einen knackigen Anstieg und bei Kilometer 16 erhaschten wir unseren ersten Blick auf die imposante Burg Thurant die über Alken thronte.

Burg Thurant

Noch ein Stück weiter hinauf erreichten wir die Wallfahrtskirche auf den Bleidenberg. Vor der Kirche befand sich eine schöne Ruhebank von der wir nochmals den spektakulären Blick über Alken und die Burg Thurant genießen konnten. Nach der kurzen Pause machten wir uns auf zur Besichtigung der Wallfahrtskirche und ich muss sagen, dass mich diese schlichte Kirche mit ihren Steingewölben und der Holzbalkendecke mehr beeindruckte, als so mancher Prachtbau. Wir ließen es uns nicht nehmen, hier eine Kerze zu entzünden und im Stillen unsere Dankbarkeit für das Erlebte und noch Kommende zu zeigen.

Wallfahrtskirche am Bleidenberg

Vom Bleidenberg führte uns der Mosel-Camino durch die Weinberge und mit bester Sicht auf Alken und die Burg Thurant stetig bergab nach Alken. Trotz gutem Wetters empfanden wir diesen Abstieg als nicht ganz ungefährlich und anstrengend, doch die Sicht hinunter ins Moseltal und auf Alken machte jede Anstrengung wett.

Blick auf Alken

In Alken angekommen bezogen wir unser Quartier im Landhaus Müller, ein gut-bürgerliches Hotel, das mit seiner Innenausstattung schon etwas in die Jahre gekommen war. Dafür punktete das Haus mit einer sehr schönen Lage direkt an der Mosel und seinem freundlichen Personal.

„Promenade“ von Alken

Abends nahmen wir uns unser Pilgertagebuch und setzten uns in eine der Weinstuben auf ein gutes Glas Wein. Der erste Tag war geschafft und ich hatte, im Gegensatz zu sonst und Dank meiner bequemen Barfuß-Wanderschuhe, keine Blasen. Ich war überzeugt, das wird ein guter Weg!

Hier geht es zurück zur Übersicht. oder weiter zu Etappe 2

 

Passend zum Thema:

Leave a Reply