Mosel-Camino Etappe 3: Treis-Karden – Bullay

Vor unserer dritten Etappe des Mosel-Caminos hatten wir schon bei der Planung Respekt gehabt, da sie mit rund 27 Kilometern die weitaus längste des Caminos darstellte. Wir hatten zwischenzeitlich überlegt, eine andere Aufteilung zu wählen, uns aber letztendlich doch dazu entschlossen, von Treis-Karden über Beilstein nach Bullay zu wandern. Nach unserer Nacht in der „Pension am Markt“ frühstückten wir in dem darunter liegenden Café und machten uns dann auf den Weg. Zumindest für heute schien uns kein Regen zu erwarten.

 

 

 


Tourdaten

Tourencharakter: 3 lange, herausfordernde Anstiege (230, 200 und 330 Hm), die eine gute Kondition oder mehr Pausenzeiten erfordern. Die Etappe verläuft insbesondere am Anfang auch auf Land- bzw. Bundestraßen, und ab Kilometer 21 geht es nur noch abwärts. Achtung: nach Beilstein (ca. bei Kilometer 14) gibt es keine Einkehrmöglichkeit mehr

Länge/ Dauer:  ca. 27 Kilometer/ 8:45 Stunden (mit Pausen)

Höhenmeter: 810 Hm

Ausgangs-/ Endpunkt: Treis-Karden bis Bullay

Einkehrmöglichkeiten: Café im Kloster Engelport oder mehrere Möglichkeiten in Beilstein

Anmerkung: die GPS Route der 3. Etappe schließt nicht unmittelbar an die GPS Route der 2. Etappe an, da wir für unsere Unterkunft noch auf die andere Seite der Mosel wechseln mussten. allerdings ist der Weg durch Treis-Karden sehr gut ausgeschildert.

Download file: Etappe_3.gpx

Tourbericht

Die 3. Etappe führte uns zunächst durch Treis-Karden (je nach Standort der Herberge wird die Mosel dabei noch überquert) sowie an Landstraßen entlang, bevor wir in den Wald abbogen und den ersten von 3 Anstiegen überwinden mussten. Kurz vor dem Kloster Engelport zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und wir genossen bei einer kurzen Rast die Sonne.

Kloster Engelport vom Weitem

Nach ungefähr 7 Kilometern erreichten wir die Anlage des Klosters Engelport. Dort gab es einen Klosterladen und ein kleines Café in das man einkehren konnte. Wir entschieden uns zum Weiterlaufen und passierten die Grotte des Klosters und gelangten von dort auf urwaldähnlichen verschlungenen Pfaden weiter in den Wald hinein.

Klostergarten

 

Grotte des Klosters Maria Engelport

Nach ca. 14 Kilometern erreichten wir Beilstein. Beim Abstieg hatten wir einen fantastischen Blick auf Beilstein, die Mosel und die Burg Metternich. Von Beilstein waren wir wirklich fasziniert und nicht umsonst wird dieser Ort auch als das Dornröschen der Mosel bezeichnet. Mit seinem ehemaligen Karmeliterkloster, der Burg, seinem Fachwerk und den kleinen urigen Gässchen strahlt dieser Ort eine mittelalterliche und fast märchenhafte Atmosphäre aus die einen sofort in den Bann zieht. Wir fanden ein warmes Plätzchen im Wintergarten des Klostercafés und füllten unserer Energiereserven  mit einem Stück Sahnetorte wieder auf. Vor allem im Sommer ist dieses Café mit seinen weitläufigen Terrassen, die einen tollen Blick über die Mosel bieten, nur zu empfehlen.

Blick auf Beilstein

 

Beilstein

Nach unserer Rast führte uns der Camino weiter durch den Ort mit seiner wunderschönen Altstadt, die zum Verweilen einlud. Da wir aber zu diesem Zeitpunkt erst die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht hatten, entschieden wir uns gegen ein ausführliches Sightseeing, doch im Hinterkopf blieb – Beilstein ist mit Sicherheit nochmals eine Reise wert.

Beilstein

Es ist wichtig zu wissen, dass Beilstein die letzte Möglichkeit zum Einkehren, Essen und Trinken ist. Wer also seine Vorräte noch auffüllen muss, z.B. mit Wasser, der sollte in Beilstein daran denken.

Der Rest des Weges erwies sich als unspektakulär und mühselig. Unsere Füße begannen zu schmerzen und lange asphaltierte Abschnitte zogen sich gefühlte Ewigkeiten hin. Zu allem Überfluss bemerkte ich an meiner rechten Ferse bereits einen unangenehmen Druckschmerz, der sich später noch als weitaus übler entpuppen sollte als zu diesem Zeitpunkt gedacht.

Unendlich…

Auch der Abstieg nach Bullay zog sich lange hin und selbst bis kurz vor dem Ziel war nichts von der Ortschaft  sichtbar oder zu erahnen. Wie sich herausstellte war unser Respekt vom Morgen durchaus angebracht gewesen, denn als wir nach nicht ganz 9 Stunden unsere Unterkunft für diesen Abend – das „Moselinchen“ – erreichten, waren unsere Energiereserven vollends aufgebraucht.

Das Gästehaus „Moselinchen“ wurde von einem sehr herzlichen,  älteren Ehepaar geführt. So wurde Matthias von dem Gastgeber teilweise mit „Jungchen“ angesprochen, was wir zwar irgendwie süß fanden, uns aber mit Mitte 40 gefühlsmäßig wieder zu Teenagern werden ließ. Das gesamte Haus und die Gästezimmer versprühten den Charme der 80er und waren durchaus renovierungsbedürftig. Dennoch war unser Gesamteindruck, insbesondere durch die warmherzigen Gastgeber, sehr positiv.

Nach kurzem Ausruhen und einer heißen Dusche machten wir uns nochmal auf die Suche nach einem Restaurant. Schon jetzt merkte ich, wie sehr mir meine Ferse zu schaffen machte und ich ahnte bereits nichts Gutes…

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